Ein paar herbstliche Tage an der venezianischen Lagune
Manchmal muss es gar keine große Reise sein. Ein paar Tage raus aus dem Alltag, ein wenig italienisches Lebensgefühl, gutes Essen und das Meer vor der Haustür – mehr braucht es eigentlich nicht. Und so zog es uns Anfang Oktober 2026 noch einmal nach Italien. Unser Ziel war Chioggia, die charmante kleine Hafenstadt am südlichen Rand der venezianischen Lagune, die nicht umsonst gerne als die kleine Schwester Venedigs bezeichnet wird.
Für uns war es bereits der dritte Besuch in Chioggia. Und trotzdem hat dieser Ort nichts von seinem Reiz verloren. Ganz im Gegenteil: Gerade weil wir die Stadt schon ein wenig kannten, freuten wir uns darauf, diesmal alles etwas ruhiger anzugehen.
Ankommen und einfach genießen
Am Donnerstag, dem 8. Oktober, ging es frühmorgens los. Über die Tauernautobahn führte uns die Fahrt durch Österreich und weiter Richtung Süden. Nach gut sechs Stunden erreichten wir schließlich Chioggia.






Unser Apartment entpuppte sich als echter Glücksgriff: schön, modern eingerichtet und direkt am Zugang zur historischen Altstadt gelegen. Besonders praktisch war der Parkplatz unmittelbar am Haus – gerade in einer Stadt wie Chioggia, in der sich vieles zwischen schmalen Gassen, Kanälen und kleinen Brücken abspielt, ein echter Vorteil.
Viel Programm hatten wir für den ersten Tag ohnehin nicht vorgesehen. Stattdessen ließen wir uns am Abend einfach treiben, schlenderten durch die verwinkelten Gassen, über kleine Brücken und entlang der Kanäle. Hier und da blieben wir stehen, beobachteten das Treiben und genossen diese ganz besondere Atmosphäre, die italienische Städte am Abend ausstrahlen.
Ein gutes Abendessen durfte natürlich auch nicht fehlen. So kann ein Kurzurlaub beginnen!
Chioggia – zwischen Kanälen, Glockentürmen und Lagune
Die folgenden beiden Tage gehörten ganz Chioggia und seiner Umgebung.
Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des Glockenturms der Kirche Sant’Andrea Apostolo. Von hier oben bietet sich ein wunderbarer Blick über die Dächer der Altstadt, die Kanäle und die weitläufige Lagunenlandschaft.
Auch eine Bootsrundfahrt stand auf unserem Programm. Vom Wasser aus zeigt sich Chioggia noch einmal von einer ganz anderen Seite. Unsere Fahrt führte uns unter anderem vorbei am historischen Forte San Felice, zum roten Leuchtturm Faro Rosso, zur Madonnenstatue an der Hafeneinfahrt und weiter in Richtung Ottagono Ca’ Roman.
Unterwegs passierten wir zahlreiche Muschelfarmen, die in der Lagune eine wichtige Rolle spielen, und bekamen auch das Kreuzfahrtterminal zu sehen. Es ist faszinierend, wie unterschiedlich diese Wasserlandschaft genutzt wird – vom traditionellen Fischfang über die Muschelzucht bis hin zur modernen Schifffahrt.
Natürlich waren wir auch wieder viel zu Fuß unterwegs. Über die Ponte Translagunare und die Isola dell’Unione spazierten wir bis ins benachbarte Sottomarina. Während Chioggia mit seiner historischen Altstadt, den Fischerbooten und Kanälen begeistert, zeigt sich Sottomarina mit seiner Strandpromenade und den weiten Sandstränden von einer ganz anderen Seite.
Gerade dieser Kontrast macht die Gegend für uns so interessant.











Turm Sant’Andrea Apostolo










Ein Sonntag in Venedig – und der Weg dorthin ist schon ein Erlebnis
Für den Sonntag hatten wir uns einen Tagesausflug nach Venedig vorgenommen. Natürlich hätten wir auch mit dem Auto fahren können. Aber wir entschieden uns bewusst für den öffentlichen Nahverkehr über die Inseln der Lagune. Und das sollte sich als eine der schönsten Erfahrungen dieser Reise herausstellen.
Los ging es mit einer Fähre von Chioggia auf die lang gestreckte Insel Pellestrina. Dort stiegen wir in einen Bus, der uns durch die kleinen Ortschaften der Insel bis an deren Nordspitze brachte.
Was dann folgte, fanden wir besonders spannend: Der Bus fuhr kurzerhand selbst auf eine Fähre, die uns hinüber zum Lido di Venezia brachte. Auf dem Lido ging es mit demselben Bus weiter bis zur Bootsanlegestelle im Norden der Insel.
Dort wechselten wir ein letztes Mal das Verkehrsmittel, stiegen auf ein Boot um und setzten schließlich über nach Venedig.
Fähre, Bus, Fähre, Bus und Boot – das klingt zunächst nach einer ziemlich umständlichen Anreise. Tatsächlich funktionierte aber alles erstaunlich unkompliziert. Die Verbindungen waren hervorragend aufeinander abgestimmt, und wir mussten praktisch nirgendwo warten.
Und ganz nebenbei wurde bereits die Anreise zu einer kleinen Entdeckungstour durch die venezianische Lagune.





Venedig – eine Stadt, die immer wieder fasziniert
In Venedig angekommen, führte uns unser Weg zunächst zu einigen der bekannten Sehenswürdigkeiten. Schließlich gehören die großen Plätze, prachtvollen Paläste und berühmten Brücken einfach dazu.
Doch am schönsten finden wir Venedig eigentlich dort, wo sich die großen Touristenströme ein wenig verlieren.
Also ließen wir die bekannten Wege bald hinter uns und streiften durch schmale, verwinkelte Gassen, über unzählige kleine Brücken und vorbei an stillen Kanälen. Manchmal wussten wir selbst nicht mehr so genau, wo wir gerade waren. Aber genau das macht für uns den Reiz dieser Stadt aus: Einfach loslaufen, an jeder Ecke etwas Neues entdecken und sich immer wieder überraschen lassen.
Zwischendurch kehrten wir in einer Pizzeria ein – und wurden kulinarisch mehr als positiv überrascht. Die Pizza gehörte tatsächlich zu den besten, die wir jemals gegessen hatten!
Überhaupt stellten wir fest, dass Essen in Venedig keineswegs zwangsläufig überteuert sein muss. Trotz des enormen Tourismus fanden wir die Qualität hervorragend und die Preise überraschend moderat.










































Zurück durch die Lagune
Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Rückweg nach Chioggia – wieder mit Boot, Bus und Fähre, diesmal in umgekehrter Reihenfolge.
Auf dem Lido di Venezia legten wir allerdings noch einen kleinen Zwischenstopp ein und nutzten die Gelegenheit für einen Spaziergang, bevor es weiterging.
Dabei wurde uns noch einmal bewusst, wie außergewöhnlich das Verkehrssystem in dieser Region eigentlich ist. Was auf einer Landkarte kompliziert aussieht, funktioniert in der Praxis erstaunlich reibungslos. Busse, Fähren und Wasserbusse bilden ein dichtes Netz, das die Inseln miteinander verbindet und auch bis in die späten Abendstunden gute Verbindungen ermöglicht.
Für uns war dieser Mix aus verschiedenen Verkehrsmitteln fast schon eine Sehenswürdigkeit für sich.
Arrivederci, Chioggia!
Am Montag, dem 12. Oktober, hieß es schließlich wieder Abschied nehmen und die Heimreise antreten.
Hinter uns lagen ein paar wunderschöne Herbsttage mit vielen kleinen Entdeckungen, entspannten Spaziergängen, einer spannenden Bootsfahrt und einem unvergesslichen Ausflug nach Venedig.
Chioggia hat uns auch bei unserem dritten Besuch wieder begeistert. Vielleicht gerade deshalb, weil es hier nicht darum geht, möglichst viele Sehenswürdigkeiten abzuhaken. Vielmehr sind es die kleinen Dinge, die in Erinnerung bleiben: das Licht über den Kanälen, die Fischerboote am Hafen, das Stimmengewirr in den Gassen, ein gutes italienisches Abendessen und dieses herrlich entspannte Gefühl, einfach unterwegs zu sein.
Und eines steht für uns fest: Es war ganz bestimmt nicht unser letzter Besuch in Chioggia.


