Indien 2026 - Tag 3: Waschtröge, Kühe und Kinder

Unser erster Tag in Bangalore begann ganz entspannt mit einem gemütlichen Frühstück. Frisch gestärkt machten wir uns anschließend mit einer Autorikscha auf den Weg in den Stadtteil Kempegowda. Unser Ziel war der Sri Pralaya Kalada Virabadhra Swami Temple, von dem wir gehört hatten, dass er etwas erhöht liegt und einen schönen Blick auf die Umgebung bietet.

Schon auf dem Weg dorthin wurden wir von einer der vielen kleinen Überraschungen des Alltags in Indien überrascht. Zufällig entdeckten wir eine traditionelle Wäscherei. Dort wurde die Kleidung noch auf ganz ursprüngliche Weise gewaschen: in großen Waschtrögen, mit kräftigen Schlägen auf glatten Steinen, so wie es hier schon seit Generationen gemacht wird. Überall entlang der Straßen spannten sich lange Leinen, auf denen bunte Hemden, Arbeitskleidung, Uniformen und Tücher in der warmen Sonne trockneten – ein lebendiges Bild, das fast wie eine kleine Freiluftgalerie wirkte.

Wenig später erreichten wir schließlich den Sri Pralaya Kalada Virabadhra Swami Temple, der auf einer kleinen Anhöhe liegt. Von dort oben hatte man eine schöne Aussicht auf die umliegenden Häuser und das geschäftige Leben der Stadt. Der Tempel selbst strahlte eine ruhige, fast zeitlose Atmosphäre aus – ein Ort, an dem man für einen Moment dem Trubel entkommen kann.

Auf dem Rückweg in die Stadt begegneten wir drei Jungs, etwa siebzehn Jahre alt. Einer von ihnen war sofort neugierig und wollte uns unbedingt die Farm seiner Eltern zeigen. Also folgten wir ihm ein Stück aus dem Viertel hinaus. Dort erwarteten uns Kühe, ein stattlicher Bulle, ein paar Schafe und eine Schar Hühner – ein kleiner landwirtschaftlicher Mikrokosmos mitten in der Nähe der Großstadt. Zum Abschluss wurden wir sogar noch auf eine Cola eingeladen, bevor wir uns verabschiedeten und unseren Spaziergang fortsetzten.

Keine halbe Stunde später gerieten wir mitten in eine fröhliche Horde Schulkinder, die gerade auf dem Heimweg war. Einige der Jungs, vielleicht zehn bis zwölf Jahre alt, beschlossen kurzerhand, uns ihr Viertel zu zeigen. Mit großer Begeisterung führten sie uns durch die kleinen Straßen und Gassen. Natürlich durfte auch eine Erfrischung nicht fehlen – am Ende landeten wir gemeinsam bei einem Lassi.

So verlief unser erster Tag in Bangalore: voller spontaner Begegnungen, neugieriger Gespräche und kleiner Einladungen. Am Ende des Tages hatten wir fast neun Kilometer zu Fuß zurückgelegt – und dabei weit mehr entdeckt als nur Straßen und Gebäude. Es waren vor allem die Menschen und ihre Offenheit, die diesen Tag so besonders gemacht haben.

Große traditionelle Wäscherei an der 5th Main Road

Arbeiter mieten sich hier ihre Waschplätze

Mit Seife und Bürste...

... wird die Wäsche auf den Steinen geschruppt.

Auch Arbeitskleidung von Krankenhäusern wird hier gewaschen.

Wäsche wird auf dem Stein ausgeschlagen

Dutzende Waschplätze stehen zur Verfügung

Wäsche wird im Trog eingeweicht

Im Nebengebäude wird getrocknet und gebügelt

Die Anlage ist vergleichsweise modern und sehr sauber

5th Main Road

Sri Pralaya Kalada Virabadhra Swami Tempel

Sri Pralaya Kalada Virabadhra Swami Tempel

Sri Pralaya Kalada Virabadhra Swami Tempel

Sri Pralaya Kalada Virabadhra Swami Tempel

Sri Pralaya Kalada Virabadhra Swami Tempel

Sri Pralaya Kalada Virabadhra Swami Tempel

Sri Pralaya Kalada Virabadhra Swami Tempel

Lakshmipura Main Road

Lakshmipura Main Road

Rund um den Kempanbudhi Wasserspeicher...

... gibt es zahlreiche neugebaute Wohnungen...

... und überall entlang der Straßen hängt Wäsche.

Viele Familien leben hier vom Waschen.

Wäsche wird zwischen zwei verzwirbelten Seilen aufgehängt

Die Seile werden einfach von Baum zu Baum gespannt.

Indien 2026 - Tag 3: Waschtröge, Kühe und Kinder