Indien 2026 - Tag 16:
Von Chennai nach Pondicherry

Am 16. Tag unserer Reise haben wir früh morgens um 8 Uhr Chennai verlassen. Unser Fahrer, der uns bereits von Vellore hierher gebracht hatte, holte uns wieder ab, und gemeinsam machten wir uns auf den Weg Richtung Süden – immer entlang der Küste, mit dem Ziel Pondicherry, etwa 150 Kilometer entfernt. Die Strecke hätte man in zweieinhalb bis drei Stunden schaffen können, doch wir nahmen uns bewusst mehr Zeit. Genau das ist der große Vorteil einer Reise mit dem Auto: die Freiheit, unterwegs anzuhalten, wo es schön ist.

Unser erster Halt führte uns zum Sri Nitya Kalyana Perumal Temple. Ein ursprünglicher, fast stiller Ort – kaum Besucher, dafür umso mehr Kühe, die sich ganz selbstverständlich zwischen Tempel und Hof bewegten.

Weiter ging es zu einem kurzen Abstecher an den Strand von Nemmelli. Kein touristischer Trubel, nur ein paar Fischer, einige wenige schöne Häuser und ein überraschend sauberer, weiter Sandstrand. Ein Ort, der sich ehrlich und unverstellt anfühlte.

Unser nächster Stopp war die Tiger Cave – ein faszinierender und oft unterschätzter Ort. Dieser in Fels gehauene Tempelkomplex aus dem 8. Jahrhundert stammt aus der Zeit der Pallava-Dynastie. Die berühmten „Tigerköpfe“, die den Eingang schmücken, sind in Wirklichkeit Yalis – mystische Mischwesen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die gesamte Anlage aus einem einzigen Felsblock herausgearbeitet wurde.

Ganz in der Nähe besuchten wir auch den Atiranachandeshwara Pallava Cave Temple. Weniger bekannt, aber historisch äußerst bedeutend. Der dem Gott Shiva geweihte Tempel entstand ebenfalls im 8. Jahrhundert und beeindruckt vor allem durch seine Inschriften in Grantha-Schrift und Sanskrit. Sie geben einen faszinierenden Einblick in die Kultur jener Zeit und zeigen die enge Verbindung zwischen Religion und Königtum.

Nach einer weiteren kurzen Fahrt erreichten wir schließlich den berühmten Shore Temple in Mahabalipuram. Direkt am Meer gelegen, zählt er zu den eindrucksvollsten Bauwerken Südindiens. Er wurde im 8. Jahrhundert unter Narasimhavarman II erbaut und gehört heute zum UNESCO World Heritage Site. Anders als viele Tempel der Region ist er kein Höhlentempel, sondern ein freistehender Bau – ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der südindischen Architektur. Besonders beeindruckend ist die Kombination aus zwei Shiva-Schreinen und einem liegenden Vishnu im Inneren.

Gegen 16 Uhr erreichten wir schließlich unser Hotel in Pondicherry. Die ehemalige französische Kolonie strahlt bis heute ein ganz eigenes Flair aus: mediterrane Farben, koloniale Architektur und eine entspannte Atmosphäre. Als Teil des Unionsterritoriums Puducherry besteht die Region aus mehreren, geografisch getrennten Gebieten – ein Erbe ihrer kolonialen Vergangenheit.

Am Abend schlenderten wir noch durch das Viertel rund um unser Hotel, das sogenannte White Town. Zwischen pastellfarbenen Häusern, ruhigen Straßen und kleinen Cafés fühlte es sich firgendwie seltsam an, nicht ganz europäisch, aber auch nicht wirklich indisch…

Morgen liegt ein ganzer Tag vor uns, um diese Stadt und ihre Umgebung weiter zu erkunden und zu ergründen.

Indien 2026 - Tag 16:
Von Chennai nach Pondicherry