Mit dem heutigen Tag schlagen wir das letzte Kapitel unserer Reise auf. Von Salem aus sind wir zurück nach Bangalore gefahren. Am Steuer saß wieder Hariram aus Chennai, der uns schon auf den vergangenen Etappen zuverlässig begleitet.
Die rund 200 Kilometer hätten wir normalerweise in etwa drei bis dreieinhalb Stunden zurückgelegt. Doch wie so oft auf dieser Reise war der Weg das eigentliche Ziel. Wir haben uns Zeit gelassen, immer wieder angehalten und schließlich sogar einen kleinen Umweg zu den beeindruckenden Hogenakkal-Wasserfällen gemacht. Oft als das „Niagara Indiens“ bezeichnet, stürzt hier der Kaveri-Fluss in zahlreichen Kaskaden über zerklüftete Felsen in die Tiefe. Das Tosen des Wassers, die runden Coracle-Boote auf dem Fluss und die fast mystische Atmosphäre machten diesen Ort zu einem ganz besonderen Zwischenstopp.
Von dort aus führte uns die Fahrt weiter durch zunehmend ländlich geprägte Gegenden. Die Landschaft wechselte ständig ihr Gesicht: sanfte Hügel, dichte Vegetation, kleine Dörfer, in denen das Leben ruhig und ursprünglich wirkte, und schließlich kurvenreiche Passstraßen, die immer wieder neue Ausblicke eröffneten. Es war eine dieser Strecken, bei denen man das Gefühl hat, ein Land noch einmal in seiner ganzen Vielfalt zu durchqueren.
Am späten Nachmittag, gegen halb fünf, erreichten wir schließlich wieder Bangalore. Mit dieser letzten Etappe haben wir in den vergangenen vier Wochen rund 2000 Kilometer durch Tamil Nadu und Karnataka zurückgelegt – eine Reise voller Eindrücke, Begegnungen und Geschichten.
Bis zu unserer Rückreise in der kommenden Woche bleiben wir nun hier. Zeit, die Erlebnisse sacken zu lassen und die Reise langsam ausklingen zu lassen.