Indien 2026 - Tag 24:
Der Sofa-Kauf

Heute war einer dieser Tage, die völlig anders verlaufen, als man sie sich am Morgen noch ausgemalt hat – und genau das macht sie am Ende so besonders.

Schon früh wurde uns klar, dass Erode uns vor eine kleine Herausforderung stellen würde: Fahrdienste wie Uber sucht man hier vergeblich. Die Erkundung der Stadt wird dadurch etwas komplizierter, als wir es sonst gewohnt sind. Mit ein wenig Improvisation und Geduld schafften wir es schließlich zum lokalen Markt südlich des VOC Parks. Dort tauchten wir ein in das bunte Treiben, die Gerüche von Gewürzen, frischem Obst und Straßenküche lagen in der Luft.

Von dort aus machten wir uns auf den Weg zum Thindal Murugan Tempel, der auf einem kleinen Hügel liegt. Der Tempel ist dem Gott Murugan gewidmet, einer wichtigen Gottheit im südindischen Hinduismus, die für Mut, Jugend und Weisheit steht. Von oben bot sich uns ein schöner Blick über die Umgebung.

Doch kurz vor Mittag nahm der Tag dann eine völlig unerwartete Wendung. Unser Freund Balaji, den wir vor einigen Tagen in Tiruchirappalli kennengelernt hatten, rief uns an. Gemeinsam mit seiner Frau Rajeshwari, ihrer Tochter und seiner Schwiegermutter war er auf dem Weg nach Coimbatore, um dort ein Sofa zu kaufen. Da ihre Route über Erode führte, lud er uns kurzerhand ein, sie zu begleiten.

Ohne lange zu überlegen sagten wir zu – und so fanden wir uns wenig später zu sechst in einem Kleinwagen wieder, unterwegs auf einer etwa zweieinhalbstündigen Fahrt nach Coimbatore. Die Stimmung war ausgelassen, das Gespräch lebendig, und einmal mehr wurde uns bewusst, wie spontan und herzlich Begegnungen auf Reisen sein können.

Im Möbelhaus angekommen, ging alles erstaunlich schnell: Das Sofa hatten sie bereits auf YouTube ausgesucht und online reserviert. Vor Ort mussten nur noch Vertrag und Bezahlung erledigt werden – die Lieferung erfolgt in zwei Tagen.

Doch damit war der Tag noch lange nicht zu Ende. Nach dem Sofakauf fuhren wir weiter zur beeindruckenden Adiyogi-Statue, die etwa eine Stunde entfernt liegt. Die riesige, 34 Meter hohe Statue stellt Shiva dar. Das Pendant dazu hatten wir im letzten Jahr schon nach der Nandi Hills besichtichtigt.

Nach diesem eindrucksvollen Erlebnis ließen wir den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen. Es wurde viel gelacht, erzählt und geteilt – ein perfekter Abschluss für einen so unerwarteten Tag.

Erst nach 1 Uhr nachts kamen wir schließlich zurück in unserem Hotel an – müde, aber erfüllt von all den Eindrücken und Begegnungen. Ein Tag, der uns wieder einmal gezeigt hat, dass die schönsten Reiseerlebnisse oft genau dann entstehen, wenn man seine Pläne loslässt.

Indien 2026 - Tag 24:
Der Sofa-Kauf