Unseren Tag in Pondicherry begannen wir noch vor Sonnenaufgang – mit einem Spaziergang durch den lebhaften Goubert Market. Einer der ältesten Märkte der Stadt, benannt nach dem französischen Gouverneur Édouard Goubert, ist er ein faszinierender Ort, an dem sich das tägliche Leben in all seinen Farben und Düften entfaltet. Zwischen Bergen von frischem Obst und Gemüse, duftenden Gewürzen und bunten Blumenketten pulsiert hier schon früh am Morgen das Herz der Stadt.
Nach einem ausgiebigen Rundgang durch die Markthallen und die umliegenden Straßen, in denen Händler lautstark ihre Waren anpreisen und das Leben in einem ganz eigenen Rhythmus fließt, zog es uns weiter ins Indian Coffee House. Dort stärkten wir uns bei einem einfachen, aber köstlichen Frühstück und ließen die Eindrücke des Morgens langsam sacken.
Anschließend erkundeten wir einige der einfacheren Viertel abseits der bekannten Wege. Ohne festes Ziel liefen wir durch schmale Gassen, vorbei an bunten Häusern, kleinen Läden und neugierigen Blicken. Bis zur Mittagszeit, als die Hitze immer drückender wurde, ließen wir uns einfach treiben – und entdeckten dabei genau das, was eine Stadt in Indien so besonders macht: ihren unverfälschten Alltag.
Am Nachmittag, als die Sonne schon tiefer stand und die Hitze langsam nachließ, zog es uns noch einmal hinaus. Wir folgten der Straße entlang der Küste nach Norden, bis wir schließlich den Pondicherry Leuchtturm erreichten, der 1978 eröffnet wurde und heute über die Küstenlinie wacht.
Der Aufzug hatte an diesem Tag allerdings andere Pläne – er streikte. Also blieb uns nichts anderes übrig, als die Stufen des rund 49 Meter hohen Turms selbst zu erklimmen. Schritt für Schritt arbeiteten wir uns nach oben, und auch wenn der Aufstieg etwas anstrengend war, wurde die Mühe mehr als belohnt: Oben angekommen eröffnete sich uns ein weiter Blick über die Stadt, das Meer.
Später, zurück am Strand, begegneten wir einer Gruppe Studenten, die im Rahmen eines Schulausflugs in der Stadt unterwegs waren. Neugierig und offen kamen sie auf uns zu, und schnell entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch. Schließlich setzten wir uns gemeinsam in ein Restaurant und luden sie auf ein Getränk und etwas zu essen ein – eine dieser spontanen Begegnungen, die eine Reise besonders machen.
Damit ging unser Aufenthalt in Puducherry auch schon zu Ende. Am nächsten Morgen, genau zur Halbzeit unserer Indienreise, brechen wir weiter in den Süden auf – unser nächstes Ziel: Tiruchirappalli.