Indien 2026 - Tag 5:
Geschichten und Gesichter im nördlichen Bangalore

Nach dem Frühstück im Hotel stiegen wir heute in eine Autorikscha und ließen uns in die nördlicheren Stadtteile von Bangalore bringen – genauer gesagt nach Ramachandrapuram. Schon die Fahrt dorthin war ein kleines Abenteuer: hupende Motorroller, Busse, Marktstände am Straßenrand und das endlose Gewirr aus kleinen Gassen, das diese Stadt so lebendig macht.

Unser erster Halt war der hinduistische Friedhof Hindu Rudra Bhoomi Srirampura. Ein Ort der Ruhe – und gleichzeitig voller Leben. Etwas ungewohnt für unsere europäischen Augen war, dass zwischen den Grabstätten streunende Hunde umherstreiften und sogar ganze Ziegenherden über das Gelände zogen. Doch genau diese Mischung aus Alltag und Spiritualität scheint hier ganz selbstverständlich zu sein.

Von dort aus setzten wir unseren Spaziergang nach Jakkarayana Kere fort. Das Viertel ist dicht bebaut, die Straßen schmal, und überall stehen bunt gestrichene Häuser dicht an dicht. Kinder spielten auf der Straße, aus offenen Türen klangen Stimmen und Musik, und an jeder Ecke gab es etwas Neues zu entdecken.

Schließlich erreichten wir Roshan Nagar, ein überwiegend muslimisch geprägtes Viertel. Hier reiht sich Geschäft an Geschäft: Schrotthändler, kleine Metzgereien, in denen Ziegen, Rinder und Hühner frisch geschlachtet verkauft werden, dazu Bäckereien, Chai-Läden und Barber Shops. Der Duft von Gewürzen, Tee und frisch gebackenem Brot liegt in der Luft, während Händler lautstark ihre Waren anbieten.

Ein kleiner Abstecher führte uns außerdem zu dem auf einem Hügel gelegenen Tempel Thangamalai Thiru Subramanya Swamy Temple. Von dort oben blickt man über die Dächer der umliegenden Viertel – ein schöner Moment der Ruhe über dem geschäftigen Treiben der Stadt.

Zum Abschluss unseres Tages besuchten wir noch eine kleine Manufaktur für Räucherstäbchen sowie eine Fabrikation für Pappbecher, wie sie überall für den berühmten indischen Chai verwendet werden. Es sind genau diese Einblicke in den Alltag, die unsere Streifzüge durch die Stadt so besonders machen.

Am meisten beeindruckt uns jedoch immer wieder die unglaubliche Gastfreundschaft der Menschen. Überall, wo wir entlanglaufen, begegnen uns Offenheit und Neugier. Viele laden uns spontan auf einen Chai ein, manche sogar zum Essen. Fast jeder möchte ein Foto mit uns machen – und oft entwickeln sich daraus kurze, herzliche Gespräche, auch wenn wir nur wenige Worte miteinander teilen können.

Am Ende des Tages standen fast 14 Kilometer auf unserem Schrittzähler. Voller Eindrücke ließen wir uns schließlich wieder von einer Autorikscha zurück zu unserem Hotel bringen – mit dem Gefühl, heute ein weiteres kleines Stück dieses faszinierenden, lebendigen Bangalores entdeckt zu haben.

Indien 2026 - Tag 5:
Geschichten und Gesichter im nördlichen Bangalore