Nach einem kleinen Frühstück – bestehend aus einem Bread Omelette und einem Kaffee – starteten wir mit einem gemütlichen Spaziergang durch das Viertel rund um unser Hotel in den Tag. Zwischen hupenden Rollern, neugierigen Blicken und kleinen Straßenständen fühlten wir uns schon fast wie Einheimische.
Zurück im Hotel stand dann die nächste Wäschemission im Hotelbadezimmer an. Gegen 10 Uhr trafen wir uns schließlich mit Fahith, der uns seine Dachterrasse als Trockenstation für unsere Wäsche zur Verfügung stellte.
Dann ging es los Richtung Yercaud – eine charmante Hill Station in den Shevaroy Hills in Tamil Nadu, auf etwa 1.500 Metern Höhe gelegen. Bekannt ist Yercaud vor allem für seine Kaffeeplantagen, Orangenhaine und das angenehm kühle Klima – ein willkommener Kontrast zur Hitze im Tal. Der Name „Yercaud“ leitet sich übrigens aus dem Tamilischen ab: „Yeri“ (See) und „Kaadu“ (Wald) – also „See im Wald“, was ziemlich gut passt.
Unser erstes Ziel waren die Killiyur Falls. Dieser Wasserfall stürzt in der Regenzeit beeindruckende 90 Meter in die Tiefe und ist normalerweise ein echtes Naturspektakel. „Normalerweise“ ist hier das entscheidende Wort, denn zu unserer Reisezeit hatte der Wasserfall offenbar beschlossen, sich eine Pause zu gönnen. Statt tosenden Wassermassen erwartete uns eher ein meditatives Rinnsal. Nach einer Kletterpartie über 300 Treppenstufen runter und dann wieder nach oben, entschieden wir uns, dem Wasserfall seine Ruhe zu lassen und weiterzuziehen.
Als Nächstes stand Mittagessen auf dem Programm – und zwar im wohl kleinsten Restaurant, in dem wir jemals gegessen hatten. Drei Hocker und ein Regalbrett pro Wandseite - und trotzdem schmeckte es fantastisch.
Gestärkt fuhren wir weiter zu verschiedenen Aussichtspunkten, von denen aus sich das Tal in all seiner grünen Pracht präsentierte. Irgendwann landeten wir schließlich bei der Ooty Chocolate Factory – ein Paradies für alle, die „nur mal schauen“ wollten und dann doch mit mehreren Packungen wieder herauskamen.
Nach einer wohlverdienten Kaffeepause machten wir uns auf den Rückweg ins Tal. Unterwegs legten wir noch einen kurzen Stopp in einem kleinen Laden für Parfüm- und Duftöle ein.
Zurück bei Fahith holten wir unsere inzwischen sonnengetrocknete Wäsche ab, verabschiedeten uns und spazierten schließlich zurück ins Hotel – müde, leicht verschwitzt, aber mit einem weiteren, wunderbar chaotischen Reisetag im Gepäck.